Sonntag, 29. September
Auswertung der Langzeit-Temperaturmessungen in der Schrattenhöhle
Nach zwei Jahren Laufzeit werden auf das Ende des Hydrologischen Jahres 4 Datenlogger in der Schrattenhöhle und 2 an der Karstoberfläche ausgewertet. Die Langzeittemperaturmessungen im Stundentakt wurden vor 12 Jahren von der Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel aufgenommen. Es ist weltweit das erste Projekt dieser Art, das nur durch die damals neue Loggertechnologie möglich wurde. In der Zwischenzeit wurden auch Projekte in anderen Karstgebieten der Schweiz angeregt. Die Auswertung der Logger zeigt, dass in den entferntesten Höhlenteilen die Temperatur bis zu 100 m unter Boden weiter stark erwärmt. Die Resultate stossen bei den Klimaforschern auf grosses Interesse. An der ETH Zürich wird aufgrund der Messdaten der Schrattenhöhle Untersuchungen angestellt, ausgeführt durch Marco Philipponi.

Der Temperaturverlauf in der Windkluft der Schrattenhöhle über 2 Jahre. Einerseits wird ersichtlich, dass die kurzfristigen Temperaturschwankungen minimal sind, andererseits ist der Anstieg der Temperatur über 24 Monate rund 85 m unter der Erdoberfläche unverkennbar.

Vergleich der Jahresmitteltemperaturen in der Schrattenhöhle und an der darüberliegenden Erdoberfläche auf der Melchsee-Frutt. Während an der Erdoberfläche grosse Jahresschwankungen zu sehen sind (blaue Linie), sind sie in der Höhle gering (orange Linie) – mit Trend nach oben...