Käfer als «Eiszeit-Relikte» in unterkühlten Höhlen und Felsspalten

In der Schweiz gibt es einige Käferarten, die als mögliche oder wahrscheinliche Eiszeitrelikte gelten und heute in Höhlen oder anderen dauerhaft kühlen Lebensräumen überlebt haben. Dazu gehören spezialisierte Höhlenkäfer, die zu den Laufkäfern gehören. In Kontakt mit der NeKO-Stiftung hat der Käferexperte Alex Szallies in der Hinterberghöhle am Mueterschwandenberg sowie in einer Kühlhäuschen-Wüstung am Lopper als Ausläufer des Pilatus oberhalb Niederstad von den humosen Böden Proben entnommen. Die gesuchten Käferarten sind so klein, dass sie in der Bodenstreu von Auge kaum sichtbar sind. Deshalb gilt es nach dem ersten Sieben im Feld später im Labor die zweite Sichtung vorzunehmen.

Die Bodenproben werden in einen Sieb-Sack befördert, wo die allfälligen Käfer in der Bodenstreu in ein Sammelsieb fallen. Das Grobmaterial kann dann wieder auf den Höhlenboden zurückgegeben werden. Fotos (wo nicht anders vermerkt): 20. Mai 2026, M. Trüssel.

In einem ehemaligen Kühlhäuschen, wo in der warmen Jahreszeit eisiger Wind bläst, werden weitere Käferproben entnommen. Hier könnten sich die «Eiszeit-Relikte» finden lassen.

Nach dem ersten Sieb-Durchgang wird die Bodenprobe für eine primäre Sichtung ausgestreut.

Ein Schwarzer Schneckenjäger. Er gehört zu den Aaskäfern. Er ist immer wieder in oberflächennahen Höhlen anzutreffen – und gehört nicht zu den seltenen Höhlen-«Eiszeitrelikten». Foto: 21. Juli 2019, M. Trüssel.