Ein Hitzewelle mit Tagestemperaturen weit über 20 °C auf 1800 m ü.M., begleitet von einer extremen Trockenheit auch im alpinen Alpgebiet des Seefeldsee-Karstes oberhalb des Älggi im Mittelpunkt der Schweiz, konnte genutzt werden, um in den Gewässern die Temperatur und die Leitfähigkeit zu messen. Dabei zeigten sich grosse Unterschiede. Während der Seefeldsee eine Abflusstemperatur von über 24 °C (Badetemperatur) hatte, sickerte aus dem benachbarten Flachsee gerade mal 5,7 °C kaltes Wasser. Es wäre zu erwarten gewesen, dass aufgrund der Untiefe in diesem die Wassertemperatur noch höher als im Seefeldsee ausfallen würde. Das überraschende Ergebnis zeigt, dass hier frisches Grundwasser aufsteigt.
Eine zweite wichtige Erkenntnis ist, dass das warme Seewasser, das unweit der beiden Seenabflüsse in einem Schluckloch entschwindet, sogar in der über 1 km entfernten Riedschwandhöhle noch mit 3 °C höherer Temperatur ankommt. Offenbar besteht eine direkte Fliessverbindung. Das durch die Sonneneinstrahlung aufgeheizte Wasser bringt also die Wärme bis tief in den Karst.


Der Panta-Rhei-Bach in der Riedschwandhöhle mit 200 m Felsüberdeckung. Er ist über 1 km von der Bachschwinde des Seefeldsees entfernt. Und doch ist die Wassertemperatur des zufliessenden Wassers noch immer 3 °C überhöht.