So. 13. Sept. 2026, Glaubenbielenpass, zwischen Giswil OW und Sörenberg LU gelegen. Jetzt anmelden per E-Mail an martin.truessel@neko.ch (Anmeldeschluss: 8. Sept. 2026 – die Teilnehmerzahl ist beschränkt, Unkostenbeitrag Fr. 10.-).
Die UNESCO hat den 13. September in diesem Jahr erstmals zum Internationalen Tag der Höhlen und des Karsts erklärt. Karstlandschaften bedecken fast ein Fünftel der Landfläche der Erde und liefern Trinkwasser für mehr als eine Milliarde Menschen. Sie sind wenig bekannt, verletzlich und oft unzureichend geschützt. Mit dem Internationalen Tag will die UNESCO das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Ökosysteme für Natur, Menschen und nachhaltige Entwicklung stärken.
Download Flyer (pdf): Exkursionsflyer
Der Karstspezialist Martin Trüssel und der Biologe Beat von Wyl führen anlässlich des 1. UNESCO-Tages durch die Gipskarstlandschaft und zeigen auf dem Weg zwischen den Dolinen und «Gipsschloten» hindurch, wie ein Gipskarst entsteht, an was man ihn erkennt, welche Bedeutung er hat und welche Pflanzengesellschaften sich darin entwickelt haben.

Gipskarst Glaubenbielen:
Zwischen dem Glaubenbielenpass und der Rübihütte erstreckt sich auf einem langgezogenen Geländerücken auf rund 1550 m ü. M. eine markante Gipskarstlandschaft. Das Gebiet liegt innerhalb einer BLN-Landschaft von nationaler Bedeutung sowie zugleich in einer Moorlandschaft von nationaler Bedeutung. Auf meist offenen Alpweiden haben sich über eine Distanz von knapp 1 km und bei einer Breite von etwa 200 bis 400 m zahlreiche Dolinen gebildet. Diese weisen unterschiedliche Dimensionen auf; die grösste erreicht einen Durchmesser von rund 60 m und eine Tiefe von etwa 20 m. Das Niederschlagswasser versickert überwiegend in Ponoren und kleineren Versickerungsstellen im Gipsgestein. Lokal bilden sich dort, wo tonige Sedimente oder Moränenmaterial den Untergrund abdichten, temporäre oder permanente Karstseen. Der grösste dieser Seen befindet sich im Bereich der Rübihütte.

Skurril wirkende «Gipsschlote» im Glaubenbielen-Gipskarst.
Begehbare Höhlen wurden bislang keine gefunden. Vielmehr prägen auffällige, meist kreisrunde Bodensenken die Landschaft, die Dolinen und Ponore genannt werden. Sie sind durch die Erosion oder Einbruch des ausgehöhlten Untergrundes entstanden – ein fortwährender Prozess. Typisch für Gipskarstgebiete sind plötzlich auftretende Erdfälle (Sinkholes).
Ein Teil des Gipskarstes Glaubenbielen wird landwirtschaftlich als Weideflächen genutzt. In den Dolinen und Erosionsgräben gibt es eine auf den Untergrund eingestellte Flora. Oft sind es kleinräumige Mosaik aus trockenen Kuppen und feuchten Dolinen. Daraus resultiert eine höhere Artenvielfalt als in benachbarten Gebieten. Besonders interessant sind die Übergänge zwischen Gips, Kalk und Flysch, wo auf engem Raum unterschiedliche Bodenverhältnisse entstehen und dadurch viele Pflanzenarten nebeneinander vorkommen können. Entsprechend vielfältig ist die Fauna mit Schmetterlingen, Käfern usw.

Blick über die Glaubenbielen-Gipskarst-Landschaft.
Exkursionsleiter:
- Martin Trüssel, Karstspezialist, Leiter Karst- und Höhleninventar Obwalden (HKI), Präsident NeKO-Stiftung
- Beat von Wyl, Biologie, dipl. Biologe SVU, Inhaber UTAS, sowie Gemeindepräsident Giswil

Die beiden Exkursionsleiter Martin Trüssel und Beat von Wyl sind profunde Kenner der Region und wissen viel aus ihrem Erfahrungsschatz zu berichten.
Unkostenbeitrag:
Fr. 20.- pro Person (Kinder bis 16 Jahre kostenlos), an Ort zu bezahlen oder vorgängig per Twint an +41 79 917 20 16 (mit Angabe von Vor- und Nachnamen sowie Wohnort)
ÖV-Verbindungen (mit Postauto):
- Giswil: ab Bahnhof 8:25 à Ankunft Glaubenbielen-Pass 8:52
- Sörenberg: ab Post 8:56 à Ankunft Glaubenbielen-Pass 9:16
Retourfahrt:
- Richtung Giswil: Achtung! Abfahrt Passhöhe entweder für Schnellgeher 11:58 oder regulär erst wieder 16:56. (Fahrzeit: 33 Min.)
- Richtung Sörenberg Abfahrt ab Passhöhe: stündlich 13:28 / 14:28 / 15:28 / 16:28 (Fahrzeit: 22 Min.)
Gut zu wissen:
- Durchführung bei trockener Witterung (allfällige Absage des Anlasses auf www.neko.ch, Rubrik «Aktuell» (bei abschätzbarer Wetterentwicklung am Vorabend oder wenn nicht anders möglich am Morgen des Anlasses – spätestens 7 Uhr)
- Distanz der Exkursionsstrecke: ca. 2 km bei geringer Höhendifferenz
- teils Wanderpfad, teils befestigte Alpstrasse
- Die Exkursion findet ausschliesslich auf der Oberfläche statt (Gipskarst), fakultativ kann anschliessend (vor oder nach der Mittagsrast) eine historischer Kühlkeller besichtigt werden (zusätzlich 1 km Weg)
- Rückweg für alle individuell von der Alpwirtschaft zum Pass-Parkplatz auf befestigter Strasse: ca. 1,5 km bzw. ca. 0,5 h.
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Ausrüstung: Wetterfeste Bekleidung, allenfalls Sonnenschutz, und wanderwegtaugliche Schuhe
- Mittagessen entweder in der Alpwirtschaft Glaubenbielen auf eigene Kosten (bitte bei der Exkursionsteilnahme-Anmeldung reservieren) oder jeder für sich mit Picknick
- Die Vormittagsexkursion kann am Nachmittag für individuelle Wanderungen z.B. auf den Rotspitz oder zurück ins Tal genutzt werden
- Versicherung ist Sache der Teilnehmenden
Eine Gemeinschaftsveranstaltung der NeKO-Stiftung, Alpnach, und UTAS AG, Büro für Landschaft, Natur und Siedlung, Giswil
