In der letzten noch vorhandenen Eishöhle, die als Eiskeller bzw. Kaltluftfalle funktioniert, befindet sich auf der Melchsee-Frutt. In ihr werden seit 2 Jahren stündlich die Lufttemperaturen gemessen. Es ist beeindruckend, wie der unterirdische Hohlraum die Kälte des Winters speichert. Während es jetzt auf der Melchsee-Frutt über 20 °C warm ist (und im Flachland zeitweise weit über 35 °C), beträgt die Temperatur in der Eishöhle am Bonistock aktuell 0,5 °C. Sie steigt im Laufe des Jahre erst im Spätherbst auf max. 0,8 °C, bevor im November der Zyklus wieder von Neuem beginnt. Früher endet der Zyklus bereits im Oktober.

Doch der Schein trügt. Denn in den letzten 40 Jahren, seit diese Eishöhle «unter Beobachtung» steht, sind grosse Eis- bzw. Firnmassen geschmolzen. Allein in diesem Jahr ist die Temperatur in der Höhle im Vergleich zum Vorjahr 10 Tage früher erstmals über 0 °C gestiegen, so dass dann der Schmelzprozess entsprechend früher beginnen konnte.

Vor Jahren war hier nur eine schmale Spalte zwischen Fels und Firn offen. Inzwischen hat sich ein mächtiger Schacht geöffnet. Foto, M. Trüssel.

Wo früher Eis war, zeigt sich eine immer grösserer Raum mit inzwischen bis zu 40 m Durchmesser. Der Boden ist zwar mit Geröll bedeckt, darunter befindet sich aber, ähnlich wie bei einem oberirdischen Gletscher, noch 5 bis 8 m hoch Resteis. Foto: M. Trüssel.