Am 16. August wurden die Vortriebsarbeiten im Eisenbahntunnel von Grafenort nach Engelberg abrupt unterbrochen. Es wurde Karstwasser „angebohrt“. Die Schüttung beträgt über 110 l/s und hat auch jetzt nach bald einer Woche nicht abgenommen. Die Wassersäule dürfte weit über 100 m hoch sein. Die Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel wird vom leitenden Ingenieurunternehmen angefragt, ob die HGT bereit wäre, die hydrologischen Gegebenheiten abzuklären und beratend mitzuwirken, da es sich beim Wasservorkommen um eine Zone mit verkarstungsfähigem Gestein handelt.

Mit hohem Druck schiesst Wasser aus den Bohrlöchern der Tunnelbrust bei Tunnelmeter (Tm) 1700. Dies in erstem Vortriebskontakt mit dem Karstgestein. Foto: M. Trüssel, 21. August 2002.
Erste Abklärungen zeigen, dass beim vorliegenden hydrologischen Gutachten eine grosse Karstquelle in nächster Nähe des Tunnelbaus übersehen wurde, wahrscheinlich weil die Karstquelle nur zeitweise aktiv ist. Anlässlich einer „Krisensitzung“ gibt Martin Trüssel eine Übersicht aufgrund der ersten Überlegungen. In der Folge wird von der Bauleitung ein Quellenmonitoring-Auftrag erteilt, der bis zum Wintereinbruch dauern soll. Die HGT bildet mit der Höhlengruppe Hergiswil und dem Geologiebüro Magma die Arbeitsgemeinschaft „Magma/HGT/HGH“.