Kein Vampir, sondern ein Weberknecht, der sich häutet

Weberknechte wandern über die Wintermonate in Höhlen ein, um dort bei feuchter Luft und konstanter Temperatur zu überwintern. Dazu gehört auch das Höhlenlangbein (Amilenus aurantiacus) mit seiner typischen Rückenzeichnung. In den Karsthöhlen der Melchsee-Frutt werden sie bis zu hundert Meter unter Boden angetroffen, oft zu Dutzenden, manchmal zu Hunderten. Gemäss einschlägiger Literatur erfolgt zwischen Dezember und Februar die Reifehäutung. Diese Weberknecht-Art ist eine subtroglophile Arte, die in Höhlen, Stollen und Spaltensystemen überwintert. In Höhlen sind aber auch weitere Arten anzutreffen.

Nun ist es erstmals gelungen, einen Weberknecht bei seiner Häutung zu beobachten. Jungtiere müssen sich mehrfach heuten, bis sie erwachsen sind. Im Winter erfolgt dann die Reifehäutung. Das Video zeigt, das achtbeinige Spinnentier bei der Reifehäutung mit sich rasch bewegenden Mundwerkzeugen. Es ist schon fast vollständig aus dem bisherigen «Kleid» (dunkle Beinhüllen an der Decke) geschlüpft.

Die Aufnahme gelang am 31. Januar 2026 in einem Stollen am Eingang ins Melchtal. Aufnahme: M. Trüssel/NeKO-Stiftung.