Nach jahrelanger Feldarbeit ist nun das Blatt Sörenberg des Geologischen Atals der Schweiz erschienen. Die Vernissage fand in Flühli LU statt. Zum Thema Karst und Höhlen haben Philipp Häuselmann und Martin Trüssel ihre Kenntnisse eingebracht. Das Hauptgebiet ist die Schratteflue, aber auch am Giswilerstock und im Gebiet Eisee beim Brienzer Rothorn gibt es verschiedenen Höhlen. Martin Trüssel konnte zusammen mit seinen Forschungskollegen Ueli Enzmann und Armin Lauber spannende Erkenntnisse liefern. Verschiedene Höhlen waren noch gar nicht bekannt oder gerieten im Laufe der Jahrhunderte wieder in Vergessenheit. Das Themenspektrum reicht von den harten Facts der Geologie und Karsthydrologie bis hin zu Kuriosem. In der Silwängenhöhle wurden grosse Sinterwände und Stalaktiten untersucht, die nicht etwa aus Kalzit bestehen. Es sind vielmehr Biofilme unterschiedlichster Ausprägung. Bei Berührung federn sie hin und her und erhielten deshalb die Bezeichnung «Gummi-Stalaktiten». In anderen Höhlen wurde wiederum «Bärenschliff» gefunden und wieder in anderen Spuren des Mondmilchabbaus vor Jahrhunderten. All dies und vieles mehr ist in den «Erläuterungen» des Geologischen Atals der Schweiz, Blatt Sörenberg, in den Kapiteln «Quellen» sowie «Karst und Höhlen» nachzulesen.

Coverbild der Erläuterungen zum Geologischen Atlasblatt Sörenberg.
Blatt Sörenberg – die neueste Karte des Geologischen Atlas der Schweiz 1:25’000

Martin Trüssel im Eingang des neu entdeckten Traverseloch. Foto: Ueli Enzmann.

Als wären es echte Sinterwälle, Stalaktiten und Makkaroni. Aber es sind «Gummi-Stalaktiten», entstanden durch aussergewöhnliche Biofilme, in denen sogar Nematoden leben! Sie wurden auf einen Hinweis von Pius Schnyder durch Vermittlung der NeKO-Stiftung von Prof. Christoph Scheidegger, WSL, erstmals wissenschaftlich untersucht. Diese Gebilde federn bei Berührung hin und her. Das wurde festgestellt, als sie jemand unbeabsichtigt berührt hat. Foto: M. Trüssel.
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