1. UNESCO-Tag Karst und Höhlen: Glaubenbielen-Gipskarst-Exkursion

Die UNESCO hat den 13. September in diesem Jahr erstmals zum Internationalen Tag der Höhlen und des Karsts erklärt. Karstlandschaften bedecken fast ein Fünftel der Landfläche der Erde und liefern Trinkwasser für mehr als eine Milliarde Menschen. Sie sind wenig bekannt, verletzlich und oft unzureichend geschützt. Mit dem Internationalen Tag will die UNESCO das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Ökosysteme für Natur, Menschen und nachhaltige Entwicklung stärken. Die Stiftung Naturerbe Karst und Höhlen Obwalden (NeKO) hat anlässlich dieses Thementages zu einer Exkursion eingeladen. Die Wanderung führte durch den Glaubenbielen-Karst zwischen Giswil und Sörenberg. Über 20 Teilnehmende haben sich informiert über die Eigenheiten des Gipskarstes mit den typischen Dolinen und Schlucklöchern und dessen unterirdischen Wanderwegen.

Der Gipskarst Glaubenbielen mit seinen vielen Dolinen, entstanden durch den vom Niederschlag aufgelösten Gips im Untergrund. Im Hintergrund der Alpoglerberg und die Rossflue (Giswilerstock-Gruppe). Alle Fotos: Armin Lauber, 13. Sept. 2026.

Martin Trüssel, Karstspezialist und Präsident der Stiftung Naturerbe Karst und Höhlen Obwalden (NeKO), erläutert den Exkursionsteilnehmenden die Entwicklung der Gipslandschaft. Hier hat sich durch Erosion der bewaldete, rutschungsanfällige «Gipsgraben» gebildet. Im Hintergrund das Sarneraatal mit dem Pilatus (links) und Stanserhorn (rechts).

Nach der Erosion der dünnen Deckschicht sind auffällig helle Kuppen aus Gipsgestein zum Vorschein gekommen. Das freiliegende Gestein wird vom Regenwasser rasch aufgelöst.

Co-Exkursionsleiter Beat von Wyl, Biologe und Gemeindepräsident von Giswil, gibt Einblicke in die vielfältige Pflanzenwelt.

Auch die Teilnehmenden bringen sich ein: Der Direktor der Biosphäre Entlebuch Wolfgang Schatz weist darauf hin, wie wichtig es ist, die einheimische Bevölkerung im Natur- und Landschaftsschutz einzubeziehen.

Lokalhistoriker Ludwig Degelo, Präsident der Heimatkundlichen Vereinigung Giswil (HVG) gibt spannende Hintergrundinformationen. So sollte der idyllische Flachsee unterhalb der Ribihütte zur Zeit des Réduit im Zweiten Weltkrieg im Zusammenhang mit einer unterirdischen Militärbäckerei trockengelegt werden, was aber unterbunden wurde.

Offizielles Logo der UNESCO zum Internationalen Tag «Höhlen und Karst».

Der Exkursions-Flyer zur Ausschreibung des Anlasses.