Die Kühlhäuschen-Ruine Atzigen (700 m ü.M.) zwischen Niderstad (Alpnach) und dem Renggpass ist Teil eines Langzeit-Messprogramms der NeKO-Stiftung zur klimatischen Untersuchung der Obwaldner und Nidwaldner Kühlhäuschen. Per Ende des Hydrologischen Jahres (30. September) wurden einmal mehr die Messgeräte sowohl im Kaltluftaustritt des ehemaligen Kühlhäuschens und an der Erdoberfläche ausgewertet. Nun liegt eine lückenlose Messreihe von 4 Jahren vor.

Ein Blick auf die Grafik zeigt ein einheitliches «Muster». Im Winter wird die kalte Aussenluft angesogen. Diese kühlt den zerklüfteten Felskörper bzw. die Hohlräume des Bergsturzkomplexes aus. Sobald die Aussentemperaturen ab Frühjahr höher sind als der ausgekühlte Felskörper, fliesst die kalte Luft am tiefsten Punkt wieder an die Erdoberfläche ab. Dieser Kaltluftstrom wurde von den Menschen vor dem «Kühlschrank»-Zeitalter zur Frischhaltung ihrer Nahrungsmittel genutzt. Im Herbst, wenn die austretende Kaltluft von anfänglich 0 °C im Frühjahr im Laufe des Sommers und Herbstes langsam, aber stetig auf rund 5 °C angestiegen ist, beginnt der Zyklus von Neuem.
