Entdeckung der Inschriftenbalm in Engelberg (17. Jahrhundert)

Bei den Inventararbeiten im Rahmen des Höhlen und Karstlandschaftsinventars Obwalden und angrenzende Gebiete (HKI) sind im Mai 2021 Martin Trüssel und Philipp Bühler auf mehrere kleinere Höhlen bzw. Aushöhlungen in den steilen Flanken unterhalb der Fürenalp gestossen, die in Zusammenhang mit dem historischen Bergbau stehen könnten. Darunter befindet sich eine kleine Höhle, in der zahlreiche Inschriften und Zeichnungen entdeckt werden konnten. Sie wurde unter der Bezeichnung Inschriftenbalm inventarisiert. Die vorhandenen Jahrzahlen reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Abklärungen bei Historikern hat ergeben, dass die Zeichnungen einen eindeutigen Bezug auf das Koster Engelberg haben. Der Ethnologe Werner Bellwald hat persönlich einen Augenschein von der Lokalität genommen. Er hat sich auch dem Entziffern der schwer zu lesenden Rötelinschriften angenommen. Martin Berweger aus Sachseln rückte zudem mit seiner Metalldetektor-Ausrüstung aus, um auf Spurensuche zu gehen. Dabei ist eine Gesteck-Pfeife zum Vorschein gekommen mit bestens erhaltenem Aufdruck einer kriegerischen Handlung, die vermutlich einen Bauernaufstand zum Ausdruck bringt. M. Trüssel

Zahlreiche Inschriften wurden am 1. Mai 2021 von Martin Trüssel in einer unscheinbaren Balm entdeckt. Die Jahrzahlen gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Experten sind daran, die schwer lesbare Rötelinschriften zu enträtseln.
Der Eingangsbereich in die Inschriftenbalm. Fotos: 12. Juni 2021, A. Lauber
Martin Berweger mit seinem Metalldetektor auf der Suche nach alten Gegenständen im Höhlenboden. Die Sondierung ist von der kantonalen Fachstelle bewilligt. Foto: 28. Mai 2021, M. Trüssel
Bei der Sondierung ist in einer Felsnische eine zerbrochene Gesteck-Pfeife zum Vorschein gekommen. Der Aufdruck zeigt eine kriegerische Szene mit dem „Trüssel“ (ähnlich eines Morgensterns). Die Darstellung gleicht jenem des Winkelried-Denkmals in Stans!